Willkommen in der Planckwelt

 

Emily Noether – die Symmetrie und der Ursprung der Materie

 

 

 

 

Emily Noether , ihr Geburtshaus steht in Erlangen,  war die erste große deutsche Mathematikerin von Weltrang. Auf dem Weg ihrer akademischen Karriere war  sie wüsten Beschimpfungen in einer von Männern dominierten Universitätswelt ausgesetzt. Aber sie hat sich mutig durchgesetzt. Sie bewies, dass jedem Erhaltungssatz eine Symmetrie zugrunde liegt und umgekehrt. 

 

Ihr Beweis löste eine hektische Suche aus. Bewährte Erhaltungssätze sah man im neuen Licht. So versteckt sich hinter dem Energieerhaltungssatz die Symmetrie der physikalischen Gesetze bei der Zeittranslation und hinter

dem Impulserhaltungssatz die Symmetrie bei der Ortstranslation mit dem Ergebnis:

 

Die Naturgesetze gelten allzeit und allerorten .

 

Doch was steckte hinter dem lange bekannten Ladungserhaltungssatz ? Hier entdeckten die Physiker die lokale Eichsymmetrie. Sie besagt vereinfacht, dass die physikalischen Gesetze symmetrisch sind bei gleichzeitiger Vertauschung der negativen und positiven Ladungen.  Die lokale Eichsymmetrie entwickelte sich  dann später zu einem wertvollen Instrument bei der Theorie- Entwicklung der schwachen und starken Wechselwirkung.  

 

Noch wichtiger als die erhaltenen Symmetrien sind die gebrochenen Symmetrien.

 

Für Richard Feynman, der sich um die Entwicklung der Quantenelektrodynamik verdient gemacht hat und hierzu die Pfadintegralmethode entwickelte, sind Antiteilchen Teilchen, die in der Zeit zurücklaufen. Wenn im Lauf der kosmologischen Zeit immer mehr Materie und immer weniger Antimaterie entstehen soll, dann muss die Zeitsymmetrie gebrochen sein.

 

Die Symmetriebrechung der Zeit bei der Ausbreitung des Lichts beschäftigte Feynman, der die Untersuchungen bei der Challenger-Katastrophe leitete, bis an sein Lebensende. Für ihn war es eines der größten Rätsel, warum Licht sich nur von der Quelle zur Senke ausbreitet und die Lichtwellen nie zur Quelle zurücklaufen, obwohl die zeitsymmetrischen Maxwellschen Gleichungen das nicht verbieten.

 

Die Maxwellschen Gleichungen sind in der isothermen vierdimensionalen Raumzeit formuliert und berücksichtigen nicht die Thermodynamik. Ein Lichtstrahl läuft immer von der wärmeren Quelle zur kühleren Senke. Ein Zurücklaufen verbieten die Gesetze der Thermodynamik. Licht bewegt sich längs eines Temperaturgradienten in der 5. Dimension.

 

Auch auf der Ebene der Elementarteilchen  ist die Zeitsymmetrie gebrochen. Durch Experimente in den letzten 50 Jahren wurde die Verletzung der Zeitsymmetrie bestätigt. 

 

Die erste Symmetrieverletzung, die Verletzung der Spiegelsymmetrie ( Parität) beim Beta-Zerfall, war eine Katastrophe für die damaligen Physiker.  Nach diesem Schlag entwickelte sich die dann 1974 entdeckte kombinierte Verletzung der Ladungs- und Spiegelsymmetrie ( CP-Verletzung) beim Zerfall des neutralen Kaons langsam zu einem Segen für die Physik. Eine CP-Verletzung hat einem wichtigen Theorem der Physik, dem CPT-Theorem, zur Folge, dass auch die Zeitsymmetrie verletzt sein muss. Das CPT-Theorem ist einer der wesentlichen Stützpfeiler der Allgemeinen Relativitätstheorie.

 

Für die CP-Verletzung benötigt die Natur die Quarkflavormischung von mindestens 3 Quarkfamilien. So verwandelt sich beim neutralen Kaon-Zerfall das d-anti-s-Meson über die Quarkflavormischung in ein anti-d-s-Meson.  Da das s-Quark schwerer ist als das d-Quark entsteht ein Überschuss von Materie gegenüber der Antimaterie. Die Zeit wird irreversibel.

 

Die Asymmetrie beim Kaon-Zerfall liegt bei 1: 4 10^-6 und ist viel zu wenig, um das Verschwinden der Antimaterie zu erklären. Aus der B-Mesonen-Fabrik am Fermilab liegen die ersten Ergebnisse vom Zerfall des B-Mesons vor, die sehr ermutigend sind. Die Asymmetrie ist bei 15 % .

 

Doch nach den heutigen Erkenntnissen reicht die bislang bekannte CP-Verletzung nicht aus, um das Verschwinden der Antimaterie zu erklären. Schon wird auf eine 4. Quark-Leptonen-Familie spekuliert, obwohl am CERN aufgrund der Zerfallskanäle der Z-Bosonen nachgewiesen wurde, dass es nur 3 Familien gibt. Der kürzlich erfolgte Nachweis von Neutrinooszillationen, die Massen der Neutrinos voraussetzen, gibt dieser Spekulation weiter Nahrung.

 

Nach der Massenformel liegt die Masse des 4. geladenen Leptons bei 26.2 GeV. Diese Masse liegt im Bereich heutiger Beschleuniger. Die kleinsten Massen der Supersymmetrie und der M-Theorie liegen weit außerhalb dieses Bereichs. Vermutlich hat bis jetzt niemand nach dem superschweren Elektron gesucht oder es gibt es einfach nicht !

 

Ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Physik war die Entwicklung des kosmologischen Standardmodells und seine Verschmelzung mit dem Standardmodell der Elementarteilchen.

 

Nach diesem Modell beginnt die kosmologische Evolution bei der Planckzeit und bei der Plancktemperatur mit dem kosmischen Ei von der Größe der Plancklänge. Das Universum hatte damals eine nahezu unendliche Raumzeitkrümmung. Das Universum dehnte sich aus und kühlte sich dabei ab. Aus einer anfänglichen Quark-Antiquark- und Lepton-Antileptonen-Suppe entstanden „in den ersten 3 Minuten“ nach Steven Weinberg Protonen und Leptonen im Hadronen- und Leptonenzustand. Nach 100 000 Jahren war das Plasma dann soweit abgekühlt, dass die Protonen die Elektronen eingefangen und Wasserstoffatome gebildet haben. Seit dieser Zeit ist das Weltall für die elektromagnetische Strahlung durchlässig.

 

Die bisher ältesten Lichtquellen sind 1998 entdeckte Quasare. Ihr Licht war 12 Milliarden Jahre unterwegs, bis es von unseren Messapparaturen eingefangen wurde. Es durcheilte dabei einen gewaltigen Temperaturgradienten in der 5. Dimension. Da Universum hatte damals eine andere Raumzeitkrümmung.

 

Prof. Atkins von der Universität Cambridge setzt die absolute Temperatur mit einer imaginären Zeit im mathematischen Sinne gleich und verweist dabei auf den gleichen Wortstamm von Temperatur und Zeit ( =tempus)  Die Zeit hat sich anfangs der Mensch geschaffen, um sich im Wechsel der Jahreszeiten  und in seinem gesellschaftlichen Umfeld zurechtzufinden und zu überleben.  Im Laufe der Menschheitsgeschichte ist der Zeitbegriff   immer mehr verfeinert worden, angefangen von den Jahreszeiten des Altertums bis zur Nanosekunde unserer Tage.

 

Das Standardmodell der Elementarteilchen und die Allgemeine Relativitätstheorie sind in der vierdimensionalen Raumzeit definiert. Die einzige Theorie die den Widerspruch zwischen den beiden Theorien, zwischen der Welt des ganz Kleinen und der Welt des ganz Großen überwinden kann ist die M-Theorie. Sie ist 1996 aus den 5 Superstringtheorien hervorgegangen. Sie ist in 11 Dimensionen formuliert und vermeidet die mathematischen Unendlichkeiten.  Die M-Theorie geht nicht vom mathematischen Punkt aus, sondern von schwingenden flächigen Membranen, den b-branes. Quarks und Leptonen wären demnach Membranen, die in 11 Dimensionen schwingen. Die M-Theorie ist eine viele Physiker faszinierende mathematische Theorie höchster Symmetrie, für die noch aufwendige mathematische Näherungsmethoden entwickelt werden müssen. Eine Verbindung zum in der experimentellen Praxis hervorragend funktionierenden Standardmodell ist bisher nicht zu erkennen. Doch dem Ideal des nicht weiter teilbaren Urteilchens ist man mit der M-Theorie einen großen Schritt weitergekommen. Wie kann ein Urteilchen, das in 11 Dimensionen schwingt, die 61 unterscheidbaren Teilchen des Standardmodells -  mit Berücksichtigung des Spins und der Antiteilchen wären es noch viel mehr, abbilden ?

 

Was meint  die Planckwelt :

 

Im Standardmodell hat jedes Quark eine Substruktur, bestehend aus 6 Ladungen :

 

  1. Spinladung
  2.   Schwache Ladung
  3. Elektrische Ladung
  4. Starke Farbladung
  5. Schwere Ladung
  6. Baryonen -/ Leptonenladung

 

Diese Ladungen werden in der Planckwelt einem 6-dimensionalen Ladungsraum zugeordnet. Jedes Quark kann durch 6 Ladungszahlen eindeutig definiert werden. Damit vergleichbar ist die Nomenklatur der Atomkerne. Hier gibt es einen 2-dimenionsalen Raum. Jeder der über 100 Atomkerne kann in diesem Isospinraum durch 2 Zahlen eindeutig bestimmt werden.

 

Beispiel :

 

Das Elektron mit seiner negativen Ladung hat einer ganzen Industrie seinen Namen gegeben- der Elektronik. Elektronische Bauelemente und Geräte haben in den letzten 100 Jahren seit der Entdeckung des Elektrons unsere Alltagswelt  revolutioniert. Mit der Entwicklung der Elektronenröhre begann der Siegeszug des Rundfunks in den 20-iger Jahren des letzten Jahrhunderts. 1936 bauten dann deutsche Ingenieure das erste funktionierende Fernsehgerät.  In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts lernte man dann, in halbleitenden Werkstoffen die Elektronenströme gezielt zu steuern , und es entstanden die Transistoren und die Speicherelemente, die die Computerrevolution auslösten. Im Vordergrund stand immer wieder die Nutzung der elektrischen Ladung des Elektrons.

 

Die vorhandene Spinladung des Elektrons und den damit verbundenen zusätzlichen Freiheitsgrad beginnt man erst jetzt zu nutzen in der Magnetoelektronik, die am Anfang steht und ein enormes Marktpotential hat. Magnetoelektronische Bauelemente können mit geringerer Energie trägheitslos durch polarisiertes Licht gesteuert werden. Es entstehen neue optoelektronische Schalter und Speicher, die nicht mehr ständig aufgefrischt werden müssen.

 

Die Technik wir die Spinladung nutzen, die die Natur schon vor 4 Milliarden Jahren verwertet hat mit den optisch aktiven Kohlenstoffatomen der lebenden Materie. Die linksdrehende Aminosäure, die sich zu den Proteinen verketten und die rechtsdrehenden Zuckermoleküle, die das Rückgrat der DNS bilden, basieren u.a. auf Spinladungen. Linksdrehende und rechtsdrehende  biologische Makromoleküle sind die Bausteine der lebenden Zelle und bilden wie die aufgedrehten Schnüre in einem Gummimotor das Potential für die Dynamik des Lebens.

 

Bei der Vorstellung von mehr als 3 Dimensionen tun sich die Menschen im allgemeinen schwer. Mathematiker denken in Variablen. Für sie stellen 100 Dimensionen kein Problem in der Vorstellung dar.

 

Ein Beispiel für die Veranschaulichung  innerer Dimensionen liefert der Farbfernseher. Von der Ferne aus gesehen, besteht die Bildschirmfläche aus einzelnen farbigen Bildpunkten. Von der Nähe aus gesehen , besteht der Bildpunkt aus den 3 Farbpunkten rot, grün und blau. Im Prinzip könnte der Bildpunkt auch von 6 unabhängigen Farbkanälen angesteuert werden. 6 unabhängige Farbpunkte sind im Bildpunkt kompaktifiziert und ergeben einen definierten gemischten Farbeindruck.   

 

Bei den Elementarteilchen sind die 6 Dimensionen des Ladungsraumes im allgemeinen kompaktifiziert. So ist die starke Ladung im Bereich des Atomkerndurchmessers eingeschlossen. Die elektrische Ladung war bis zum Zeitalter der Industrialisierung auf die Größenordnung der Moleküle beschränkt. Erst mit dem Beginn der großtechnischen Nutzung der elektrischen Energie vor 150 Jahren gelang es, die elektrische Ladung aus dem Gefängnis zu befreien und eine Ladungstrennung herbeizuführen, die sich inzwischen über die ganze Erde ausbreitet. Die Entkompaktifizierung der elektrischen Ladungsdimension ist die Basis des Wohlstands der industrialisierten Länder.

 

Die 6-dimensionale Ladungssubstruktur der Leptonen und Quarks bringt folgende Vorteile mit sich :

 

- Jedes der über 100 Quarks und Leptonen wird durch 6 Zahlen eindeutig definiert.

- Die 6 Zahlen untereinander geschrieben lassen die Ladungserhaltungssätze sofort erkennen.

- Baryonen und Mesonen können so leicht gebildet und zugeordnet werden  und der Zerfall abgeleitet werden.

- die im Standardmodell verborgenen Symmetrien und Dimensionen kommen zum Vorschein.

- Quarks und Leptonen erhalten eine Substruktur, ohne dass neue Teilchen und Kräfte unter Beachtung der   Unschärferelation eingeführt werden müssen.

- Quarks und Leptonen erscheinen als ein Urteilchen in einem 6-dimensionalen Raum.

 

Ist das Leben eine besondere Form von Materie ?

 

 

Surfen wir zu Erwin Schrödinger !

 

Er schrieb das Buch „ Was ist Leben ?

 

 

 

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